Das Arbeitsamt Liesing war E.A. Plischkes erste Arbeit nach der Rückkehr aus Amerika. Es war ein Versuch, seine Erfahrungen aus New York auf österreichische Verhältnisse zu übertragen. Die Konstruktion des Gebäudes besteht aus einem Eisenbeton-Skelett mit spiralarmierten Considèresäulen. Die Fassade ist, soweit nicht aus Glas, mit großen Platten verkleidet. Dadurch erhält das Gebäude Transparenz und bauplastische Qualität.

E.A. Plischke erarbeitet die Fassadengliederung anhand einer einzigen Flächendiagonale, die für die Proportionen des Baublockes, der Windfangnische und der Durchfahrt bis zur Plattenteilung gültig ist. Durch das bewusste Herausstellen des Stiegenhauses entsteht eine dem öffentlichen Charakter des Gebäudes entsprechende Platzwirkung. Der Grundriss des Erdgeschosses folgt in Bezug auf die Arbeitsabläufe streng rationellen Richtlinien. Das Amt als öffentliches Gebäude ist von der Straße durch die Glaswand einsehbar – was in Hinblick auf die Funktion des Amtes ein politisches Konzept war. Auch aus dieser programmatischen Sichtweise entwickelte E.A. Plischke den typischen Charakter des Baues.

E.A. Plischke erhielt für das Arbeitsamt Liesing – und für das Haus Gamerith – 1935 den Großen Staatspreis für Architektur.